Risikohinweise zu Wertpapieren

Die Risiken der Wertpapiere sind u. a.: 

Währungsrisiko: Veranlagungen „verdienen“ oft in anderen Währungen oder werden z.B. Anleihen in USD oder in anderen Währungen gehandelt. Der Wechselkurs kann daher oft die Rendite beeinflussen.

Länderrisiko: Auch Staaten könnten wegen Kriegswirren oder Bankrott ihre Schulden nicht zurückzahlen oder Betriebe enteignen.

Veruntreuungsrisiko: Das Management kann u.U. Gelder veruntreuen oder nicht prospektkonform verwenden.

Transferrisiko: Durch politische Maßnahmen können die Investition behindert oder die Bonität des Schuldners vermindert werden.

Kauf von Wertpapieren oder Beteiligungen auf Kredit: Nur in Ausnahmefällen anzuratende besonders riskante Form eines Investments mit dem Risiko, dass die Kreditzinsen sich hinauf und der Ertrag (Kursverlust von Anleihen aufgrund steigender Zinsen, Gewinnverminderung der Aktiengesellschaften aufgrund höherer Zinsen oder Konjunkturschwächen) hinunter bewegen. Optinvest rät von Veranlagungen auf Kredit generell ab.

Liquidität: Viele Anlagen sind leicht verkäuflich, z.B. über eine Börse oder einen geregelten Sekundärmarkt oder einen Rücknahmepreis oder eine Rücknahmegarantie; dies ist aber nicht immer der Fall. Nicht alle Anlagen sind ähnlich behebbar und liquide wie ein Sparbuch. Bei Investments in Gesellschaften, Beteiligungen oder Publikumsveranlagungen oder Fonds ist oft eine frühere Liquidierung/Ausstieg mit Einbußen im Bereich der Rendite (geleistetes Agio) verbunden und es besteht das Risiko, einen Käufer zu finden, wenn das Investment verwertet werden soll. Die Verwertung kann Kosten verursachen und längere Zeit dauern, wenn kein geregelter Handel besteht.

Zeitdauer: Wegen des Agios/Anfangskosten sind viele Anlagen für kurzfristige Veranlagungen ungeeignet.

Bonitätsrisiko: Auch internationalen Gesellschaften, an denen sich Anleger beteiligen, oder Schuldner internationaler Anleihen können illiquid oder bankrott werden. Auch Aktienkurse können fallen oder ein Unternehmen in Konkurs gehen. Die Märkte können „nachgeben“ und die Werte absinken und Verluste entstehen.

Zins- und Kursänderungsrisiko: Die Kurse von Aktien können fallen oder steigen, aber auch die Kurse der Anleihen sinken (relativ weniger als die der Aktien), wenn die Zinsen steigen.

Optionsscheine/Futures: Diese Instrumente können sich binnen kurzer Zeit (der Laufzeit) stark verändern, weil sich das An- oder Verkaufsrecht massiv in seiner Bewertung an das Zins- oder Kursniveau anlehnt und wegen des „Leverage“- Effekts um ein Vielfaches bei Kursänderungen verändert und daher in kurzer Zeit ein hoher Ertrags- oder Totalverlust möglich ist. Durch Belehnung und Ankauf auf Kredit wird das Risiko noch erhöht bzw. vervielfacht und potenziert, ebenso aber die Ertragschance.

Die gesetzliche Einlagensicherung gilt u.a. auch für Wertpapierdepots pro Kreditinstitut und pro Person bis zu einer Gesamthöhe von EUR 100.000,–

Das Steuerrisiko: Abgabenänderungsgesetze ändern häufig durch Quellensteuern in vielen Ländern die Rahmenbedingungen.

Bonitätsrisiko: Auch Aktien- und Anleiheemittenten mit hohem Rating können schlechte Erträge erwirtschaften oder bankrott gehen. Aufgrund von Marktgegebenheiten können durch Ertragseinbrüche rasche Kursverluste eintreten. 

Aktien (Unternehmensbeteiligung): Der Ertrag einer Aktienveranlagung, der auch negativ sein kann, setzt sich aus Dividendenzahlungen und Kursgewinnen/Kursverlusten zusammen. Die wesentlichere Komponente des Ertrages ist der Verlauf der Kursentwicklung. Normalerweise orientiert sich der Kurs einer Aktie an der wirtschaftlichen Entwicklung eines Unternehmens sowie an den allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. In bestimmten Fällen können auch irrationale Faktoren (z.B. Meinungen, Stimmungen) oder externe Krisenszenarien (z.B. Terrorangriffe) zu weit überzogenen Kursverlusten führen.

Anleihen (Schuldverschreibungen): Der Ertrag einer Anleihe setzt sich aus der Verzinsung und einer allfälligen Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis zusammen. Nur bei einer fixverzinsten Anleihe, die bis zur Tilgung gehalten wird, kann der Ertrag angegeben werden. Bei einem Verkauf vor Tilgung ist der Ertrag ungewiss, da der entsprechende Kurs über oder unter dem Kaufkurs liegen kann. Bei der Berechnung des Ertrages ist auch die Spesenbelastung relevant. Das Bonitätsrisiko bei Anleihen besteht, indem der Anleiheschuldner (Emittent) seinen Verpflichtungen zu Zinszahlungen und Tilgung nicht oder nur teilweise nachkommt. Das Kursrisiko (fallende Kurse) ergibt sich in der Regel aus steigenden Marktzinsen. Hingegen können fallende Marktzinsen zu Kursgewinnen führen.

Zertifikate sind in der Regel Schuldverschreibungen, welche das Recht auf Rückzahlung eines bestimmten Geldbetrages durch den Zertifikate- Emittenten beinhalten. Der Inhaber (Investor) ist somit Gläubiger des Emissionshauses und von dessen Bonität abhängig. Einem Zertifikat liegt immer ein Basiswert zugrunde, aus dessen Entwicklung sich die Entwicklung des Zertifikatpreises ableitet. Bei einem Indexzertifikat können Anleger an der Entwicklung eines Index partizipieren, ohne die im Index enthaltenen Wertpapiere einzeln kaufen zu müssen. Bei Openend- Zertifikaten sind Kauf- und Verkauf jederzeit möglich. Bei nicht auf EURO lautende Indizes besteht ein Währungsrisiko.

Hedgefonds oder Gewinn-/Genussscheine von Hedgefonds: Diese unterliegen starken Schwankungen aufgrund von Absicherungsoperationen und den Erträgen aus solchen Hedgingoperationen. Diese riskanten Fonds können wegen des Hebeleffektes von Optionen, Futures und Kurssicherungsgeschäften sehr stark fallen und dienen zumeist manchmal als Risikoausgleich aufgrund von idR hohen Erträgen bei fallenden Märkten.

Gewinn- oder Genussscheine geben dem Anleger idR keine Gesellschafterrechte wie z.B. eine Aktie.

Steuerrisiko: Abgabengesetze werden idR sehr häufig geändert und die Verwaltungspraxis später oft anders gehandhabt als bei Zeichnung einer Beteiligung . Der Ertrag nach Steuern kann sich daher auch durch Spekulationssteuern sehr stark ändern.

KESt.: Die aktuellen Regelungen der Wertpapier-Besteuerung sehen vor, dass neben Wertpapier-Erträgen wie Zinsen, Dividenden und Fondserträge auch Kursgewinne von Kapitalvermögen (z.B. aus Aktien, Anleihen, Fondsanteile) und Derivaten (z.B. Zertifikate) der KESt in Höhe von 27,5 Prozent unterliegen.

Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Kurse können sowohl steigen als auch fallen. Renditen der Vergangenheit sind keine Garantie für die Zukunft. Aus der Performance bisher kann nicht auf die zukünftige Wert- und Kursentwicklung geschlossen werden. Es besteht daher die Möglichkeit, dass der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhält.

Investmentfonds

Definition: In Österreich zum Vertrieb zugelassene Investmentfonds investieren die Gelder der Anteilsinhaber nach dem Gesetz der Risikostreuung. Die Auswahl für den Kunden bezieht sich nur auf inländische oder im Inland zum Vertrieb zugelassene und repräsentierte Fonds. Ertrag: Der Ertrag von Investmentfonds setzt sich aus jährlichen Ausschüttungen und der Entwicklung des errechneten Wertes (Kurswert) des Fonds zusammen und kann vorweg nicht festgelegt werden. Bei thesaurierenden Investmentfonds kann der Ertrag auch nur in der Entwicklung des errechneten Wertes bzw. Börsenkurses liegen, da diese keine Ausschüttung vornehmen. Die Wertentwicklung ist wesentliche von der Anlagepolitik des Fonds, die in den Fondsbestimmungen festgelegt ist, dem Anlageschwerpunkt sowie von der Marktentwicklung der einzelnen Vermögensbestandteile des Fonds abhängig. Die wesentlichen Haupttypen sind: Geldmarktfonds, Anleihefonds, Aktienfonds, gemischte Fonds.

Kurs- und Bewertungsrisiko: Auf geregelten Märkten gehandelte Fondsanteile können normalerweise jederzeit zum Rücknahmepreis zurückgegeben werden. Bei außer-gewöhnlichen Umständen kann die Rücknahme bis zum Verkauf von Vermögenswerten des Fonds und Eingang des Verwertungserlöses vorübergehend ausgesetzt werden. Die Laufzeit des Fonds richtet sich nach den Fondsbestimmungen und ist in der Regel unbegrenzt. Zu beachten ist, dass es im Gegensatz zu Anleihen, bei Fondsanteilen in der Regel keine Tilgung und daher auch keinen fixen Tilgungskurs gibt. Das Risiko bei einer Fondsveranlagung hängt von der Anlagepolitik und der Marktentwicklung auf den Anleihe-, Aktien-, Devisen- und Geldmärkten ab. Ein Verlust ist nicht auszuschließen. Trotz der jederzeitigen Rückgabemöglichkeit sind Investmentfonds Anlageprodukte, die aufgrund des Ausgabeaufschlages und der Spesen manchmal nur über einen längeren Zeitraum wirtschaftlich sinnvoll sind. Der Fondswert korreliert mit dem Wert, der im Fonds enthaltenen Wertpapiere und ist daher den Veränderungen der Börsenkurse, Zinsen und Devisenkurse ausgesetzt. Der Wert der Anteile von Investmentfonds sowie die Höhe der Erträge schwanken und können nicht garantiert werden.

Währungsrisiko: Veranlagt oder notiert ein Investmentfonds in einer Fremdwährung, so hängt der Ertrag der Veranlagung von der Entwicklung des Wechselkurses der Fremdwährung zum Euro ab. Die Änderung des Wechselkurses kann den Ertrag des Investmentfonds daher vergrößern oder vermindern.

Steuerliche Auswirkungen (Optinvest übernimmt jedoch keine Aufgaben der Steuerberatung): Je nach Fondstyp, Depotstelle und individueller Situation des Anlegers ist die steuerliche Behandlung der Erträge unterschiedlich. Die Verpflichtung zur Abgabe von Steuererklärungen trifft ausschließlich den Anleger. Bei Deponierung mancher ausländischer Fondszertifikate im Inland wird eine auf die Steuerlast anrechenbare Sicherungssteuer erhoben, die bei Offenlegung des Depots durch den Kunden und die Depotbank an das Finanzamt unterbleibt. Die Besteuerung von Fonds erfolgt dahingehend, dass ausgeschüttete und auch nicht ausgeschüttete Gewinne der KESt unterliegen, die der Fonds abführt oder als Auslandsfonds freiwillig abführen kann. Die Liste der Fonds, die Steuererklärungen abgeben, ist unter www.bmf.gv.at abrufbar. Die Besteuerung von Fonds wird laufend geändert. Die Beiziehung eines Steuerberaters wird empfohlen.

Faustregeln im Veranlagungsbereich

Höherer Ertrag ist immer mit höherem Risiko (im Sinne der Wahrscheinlichkeit von Wertschwankungen) verbunden. Längere Kapitalbindung bedeutet in der Regel höheren Ertrag. Vergangene Wertentwicklungen lassen nie einen verlässlichen Schluss auf die zukünftige Performance zu. Die Kurse werden auch oft von Modeerscheinungen beeinflusst, wie der Run auf Fonds in den 90er Jahren, später der Run auf Immobilien. Entscheidungen von Zentralbanken über Zinssätze und Währungskurse können Einfluss auf den Kurswert von Anleihen und wegen veränderter Kapitalkosten der Unternehmen Einfluss auf deren Gewinne und somit auf die Aktienkurse haben.

Optinvest Vermögensberatung GmbH                                               11.2019